Diese Frage wird mir immer wieder gestellt, wenn es um die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche geht. Gefolgt von den Fragen “Was ist denn eine gute Stärke?” und “Welche Schwäche passt denn zu mir?”

Fragen, die mich auch nach vielen Jahren immer wieder erstaunen. Warum fragen Menschen danach?  Trauen Sie sich selbst nicht? Wollen sie irgendeinen Job und den mit Macht?

Doch so wird das nichts mit dem Job? Denn erstens kenne auch ich nicht jeden Interviewer und weiß, was er hören will. Zum anderen sucht jedes Unternehmen mit einem anderen Hintergrund. Hier geht es nicht nur um die Aufgaben, sondern oft genug auch darum, welche Mitarbeiter hat es schon, welche Stärke, Schwäche kann das Team noch brauchen oder tolerieren. So kann “Harmoniesucht” auch eine Stärke sein, wenn z. B. ein Team eher ständig in Konflikten lebt und der Arbeitgeber sich wünscht dass hier Ruhe einkehrt, dann wird er im Gespräch darauf achten, ob ausgleichend sein die Stärke des Bewerbers ist. Vielleicht sind aber auch Menschen zusammen, die sehr harmonisch sind, es immer Allen Recht machen wollen, dann wird er eher nach einem neuen Mitarbeiter suchen, der hier etwas für Unruhe sorgt, der Dinge vorantreibt.

Wie präsentiere ich mich in Vorstellungsgesprächen?

Und da Sie das alles vorher nicht wissen können, geht mein Rat dahin, sich wirklich so zu präsentieren, dass Sie auch in 6, 12 oder 24 Monaten noch der Mensch sind, den das Unternehmen eingestellt hat. Das kann zur Folge haben, dass Sie nicht jeden Job bekommen. Doch ganz ehrlich – ist das wirklich Ihr Ziel? Wollen Sie nicht auch eher einen Job in einem Unternehmen, dass Sie so einstellt, wie Sie sind – professionell authentisch.

Wo die Frage allerdings wirklich Sinn macht, wenn sie auch selten in diesem Zusammenhang gestellt wird, ist: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich. Wir möchten Sie gern kennenlernen.“

Was jetzt folgt, ist fast immer ein Herbeten des Lebenslaufes. Den hat der Gesprächspartner aber schon gelesen, er kennt Ihre Berufsstationen. Was er oft nicht weiß, aber hören möchte, ist: Was hält die einzelnen Stationen zusammen? Was ist der rote Faden? Welche Überlegungen stehen hinter manchen Stationen? Wie ist die Beruf- oder Studienwahl entstanden?Erzählen Sie Geschichten – Story Telling wirkt auch hier

Erzählen Sie Geschichten – Storytelling wirkt auch hier

Bereiten Sie hier eine kleine Geschichte ihres Lebens vor, erzählen Sie, was nicht im Lebenslauf steht, beantworten Sie Fragen, die sich einem fremden Leser aus Ihrem Lebenslauf ergeben. Versetzen Sie sich in eine Person, die Sie wirklich kennenlernen möchte und überlegen Sie, was wäre mir bei der Auflistung im Lebenslauf unklar. So vermeiden Sie im Zweifelsfall, sich für bestimmte Entscheidungen in Ihrem Leben rechtfertigen zu müssen,. Stehen Sie zu Ihrem Leben, ein anders haben Sie nicht.