Täglich werden wir derzeit mit Nachrichten über drohende Insolvenzen, Firmenpleiten und steigende Arbeitslosigkeit konfrontiert. Das geht nicht spurlos an uns vorüber. Es wird uns vor Augen geführt, dass es keine sicheren Branchen oder Unternehmen gibt. Konzerne sind von der Kriese genauso betroffen, wie Startups. Dass es kaum noch Festanstellungen gibt, die ein ganzes Berufsleben überdauern, daran haben wir uns gewöhnt.

Jetzt kommt dazu, dass sich auch die Bedingungen der Zusammenarbeit ändern, der Einfluss der Digitalisierung schneller kommt, als es manchem lieb ist. Arbeitsplätze und Aufgaben – vieles wird sich auch im Nachgang der Krise dauerhaft verändern. Szenarien, wie:

  • diese Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben
  • Arbeits- und Privatleben verschmilzt noch enger
  • Ganze Berufsfelder und Branchen verschwinden von der Landkarte zumindest in Deutschland

… werden eher wahrscheinlich, als vor der Krise gedacht.

Die Unsicherheit wächst

Die Frage, wie es nach der Krise weitergehen wird, steht viel stärker im Raum als noch vor 8 Wochen. Wird es meinen Job auch weiterhin geben? Wird alles so, wie es einmal war?

Nein, das mit Sicherheit nicht. Die Zunahme des Arbeitens im Homeoffice, von virtuellen Konferenzen und die damit verbundene flexiblere Nutzung der Arbeitszeit wird sicher nicht auf das Vorkrisenniveau zurückfallen. Die Kostenersparnis zum Beispiel durch den Wegfall von Dienstreisen wird dazu führen, dass viele dieser Lösungen beibehalten werden.

Gleichzeitig führt das dazu, dass einige Branchen und Berufsfelder infrage gestellt werden, andere sich deutlich verändern. Das führt zu einer großen Verunsicherung bei Selbstständigen, aber auch bei Festangestellten.

Wie gehen Sie am besten damit um?

Abwarten, bis es zu spät ist? Hoffen, dass es Sie nicht trifft? Nein, das wäre der kurzsichtigste Weg.  Zu empfehlen ist, sich nicht verrückt zu machen, aber einen Plan B parat zu haben. Sich berufliche Perspektiven zu erarbeiten, falls der Job verloren geht. Mit einer solchen im Hinterkopf lebt es sich ruhiger.

Auch wenn derzeit wenig Positionen ausgeschrieben werden, können Sie sich auf einen beruflichen Wechsel vorbereiten. Ebenso können Sie die Zeit nutzen, sich zu fragen, ob der Job, den Sie derzeit ausüben der richtige für Sie ist.

Wie bereiten Sie einen Jobwechsel vor?

Indem Sie vier Fragen für sich beantworten:

Was kann ich? Wo liegen die Fähigkeiten, die einzusetzen mir am meisten Spaß macht? Was fällt mir leicht? Welche Tätigkeiten will ich ausüben? Was begeistert mich? Verfüge ich über das nötige Know-how meine Fähigkeiten beruflich einzusetzen?

Wer bin ich? Wie ticke ich? Was sind meine Werte und Motive?

Was will ich? Welches Umfeld brauche ich, um mein Potenzial voll entfalten zu können? In welche Unternehmensstrukturen passe ich? Welche Umgebung lässt mich aufblühen?

Wie komme ich dahin? Welche Zugangswege gibt es? Welche Bewerbungsstrategie nutze ich? Wie komme ich über den verdeckten Stellenmarkt an Jobs, die gar nicht ausgeschrieben sind? Wie präsentiere ich mich auf dem Arbeitsmarkt?

Wenn Sie sich und Ihre Wünsche richtig gut kennen, sich reflektiert auf einen Jobwechsel vorbereiten, kann der neue Job zu einem Traumjob werden.

Diese sehr grundsätzliche Beschäftigung mit dem eigenen Jobwechsel ist für viele neu. Machen auch Sie sich zum ersten Mal so intensive Gedanken, um einen neuen Job/Beruf. Hilfreich kann sein, sich mit einem erfahrenen Karriere-Coach auszutauschen, einen Sparringspartner zu haben, der sich, auf dem aktuellen Arbeitsmarkt gut auskennt, der die richtigen Fragen stellt und Sie damit weiterbringt. Eine Beratung zur beruflichen Neuorientierung kann in dieser Lebensphase sehr lohnend sein, um sich professionell aufzustellen und dann wieder eine neue Arbeitsumgebung zu finden, die zu einem passt. Das muss nicht immer die Festanstellung sein, auch der wohl überlegte Schritt in die Selbstständigkeit ist eine Option. Die Investition in eine solche, individuell und persönlich gestaltete Beratung ist eine Investition in die eigene berufliche Perspektive. Und was gibt es Wichtigeres als die eigene Zukunft?